Donnerstag, 26. Mai 2011

Unvorstellbare Wut

Jemand hat mal gesagt, ich habe ein Gemüt wie ein Schaukelpferd. Ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass ich mal so viel Wut empfinden könnte, wie ich es heute nach einem 14stündigen Tag im Büro tue.

Am 11.5.2011 haben wir telefonisch bei der Geschäftskunden-Hotline der Telekom einen VDSL-Anschluss für unser Büro bestellt. Weil wir bisher einen Anlagenanschluss haben, der sich nicht mit VDSL verträgt, habe ich kurzerhand einen neuen, zusätzlichen Anschluss beauftragt, also Analog+VDSL. Schon telefonisch wurde mir der 26.5. als Schaltungstermin in Aussicht gestellt, was ich erstmal positiv fand.

Am 12.5.2011 kam dann auch wirklich die schriftliche Auftragsbestätigung für die Schaltung am 26.5.. In der Auftragsbestätigung stand allerdings, dass kein Zugang für einen Techniker erforderlich ist und dass die Schaltung bis 19 Uhr erfolgen wird. Ich hab diesen Satz nicht weiter beachtet, weil mir klar war, dass bei einem neuen Anschluss auch ein Techniker kommen würde.

Am 18.5.2011 lieferte die Telekom per Post einen NTBA. Nun gut; eigentlich brauchen wir bei einem analogen Anschluss ja keinen, aber wer weiß.

Am 25.5.2011, also einen Tag vor dem Schaltungstermin erhielt ich einen automatischen Anruf mit einer Bandansage, dass die Schaltung am darauffolgenden Tag erfolgen soll und dass der Zugang zu den entsprechenden Räumen gewährleistet sein muss. Schon Tage vorher hatte ich der Hausverwaltung angekündigt, dass der Techniker in den Technikraum muss und mit dem Hausmeister abgesprochen, dass er dann vor Ort ist. Umso ärgerlicher war der in der Bandansage genannte Termin zwischen 8 und 18 Uhr. Wie sollte ich da den Hausmeister in Bereitschaft halten über so einen Zeitraum?

Diese Bandansage klingelte im Laufe des Tages 7x mal bei mir - ein Bug in der Software, wie ein Mitarbeiter der Telekom sagte, nachdem ich dann dort angerufen habe. Ich wollte außerdem wissen, ob sich der Termin nicht irgendwie eingrenzen ließe. Er hielt Rücksprache mit der Dispositionsabteilung und teilte mir mit, dass der Techniker zwischen 8 und 12 Uhr kommen würde. Da war ich erst einmal ganz zufrieden. Außerdem informierte ich den Mitarbeiter, dass wir noch keinen Splitter bekommen haben. Er schaute nach und stellte fest, dass kein Splitter beauftragt wurde. Er schlug vor, ich möge mir doch einen Splitter im nächstgelegenen T-Point abholen, er würde dies entsprechend vermerken. Nun gut, ich wollte mir eh noch ein Eis holen und bin dann also nach Feierabend noch zum T-Point geradelt und war wirklich nach einer Minute mit einem Splitter in der Hand wieder draußen. Freundlicherweise gab es für meinen Aufwand sogar noch eine Gutschrift über 10,00 Euro.

Trotz kleinerer Schwierigkeiten lief bis dahin also noch alles im Rahmen der Erwartungen und ich war verhalten optimistisch, dass wir am nächsten Tag endlich VDSL bekommen sollten.

Und dann kam der Tag der Schaltung.

Während ich normalerweise um 10 Uhr im Büro bin, war ich heute um 8 Uhr dort - den Techniker auf keinen Fall verpassen. Natürlich kam zwischen 8 und 10 Uhr niemand, aber das war auch nicht unbedingt zu erwarten und störte mich nicht weiter. Um 11 Uhr rief mich eine Mitarbeiterin des Dispositionsteams aus Potsdam an und informierte mich, dass die Techniker den Termin bis 12 Uhr nicht schaffen werden. Kein Problem, bis 18 Uhr ist ja jemand im Büro. Die Mitarbeiteren versprach, dass bis 16 Uhr jemand kommen wird.

Da ich gesagt hatte, dass ich bis 18 Uhr da bin, bin ich erst gegen 17.30 Uhr langsam nervös geworden, wo die Techniker denn nun bleiben. Kurz vor 18 Uhr rief ich erneut bei der Hotline an und falle aus allen Wolken: Für die Schaltung des Anschlusses sei kein Technikereinsatz erforderlich und es ist auch keiner beauftragt. "So steht es doch auch in der Auftragsbestätigung". Nun haben mir aber diverse Personen und Bandansagen mehrfach zuvor das Gegenteil angekündigt und plötzlich soll sich so ein neuer Telefonanschluss aus der Luft in unser Büro zaubern? Mein ungläubiger Protest hatte in sofern Wirkung, als dass der Hotliner beim Dispositionsteam nachfragte und feststellte, dass offensichtlich etwas falsch syncronisiert wurde und der Techniker bereits auf dem Weg zu mir ist und in wenigen Minuten bei mir sein sollte. Die Techniker würden bis 20 Uhr arbeiten.

Eine Stunde nach der Aussage mit den wenigen Minuten war natürlich noch niemand da. Um 19.50 Uhr erreichte mich eine neue Bandansage: Ich möge mich bei der Hotline melden, weil bei der Behebung der Störung (welche Störung?! Ich will einen neuen Anschluss!) meine Mitwirkung erforderlich gewesen wäre, ich sei jedoch nicht anzutreffen gewesen. Moment mal: Ich warte seit Stunden (8 Uhr genauer gesagt) darauf, dass der Techniker vor der Tür steht, werde Stunde für Stunde vertröstet, erhalte immer wieder Anrufe auf meinem Handy mit Bandansagen zum aktuellen Status und der Techniker meldet der Telekom, ich sei nicht anwesend gewesen?

Nach 12 Stunden im Büro, wirklich am Ende meiner Kräfte rufe ich erneut bei der Hotline an und lande nach 20 Minuten in der Warteschleife bei einem Mitarbeiter, der dem Vertrieb zugeordnet ist und von meinem Auftrag nichts einsehen kann und auch keine Informationen hat. Ich bat ihn, wenigstens gleich einen neuen Termin zu veranlassen, damit ich den morgigen Tag nicht erneut zur Hälfte mit der Telekom-Musik im Ohr verbringen müsse. Er stellte mich daraufhin in die Warteschleife um einen Termin zu organisieren. Nach 10 Minuten fragte mich die Warteschleife, zu welchem Thema ich denn mit einem Mitarbeiter verbunden werden möchte.

Kurz vor 21 Uhr gebe ich völlig entnervt auf und verspüre nichts als Wut.

Ich frage mich, wie es möglich ist, dass in diesem ganzen Vorgang wirklich ausnahmslos jeder Mitarbeiter, mit dem ich gesprochen habe, entweder grundlegende Fehler gemacht hat oder - bewusst oder unbewusst - gelogen hat. Wie kann die Führung eines solchen Unternehmens so ein Verhalten seiner Mitarbeiter akzeptieren und nichts dagegen unternehmen? Ich bin ja nun nicht der erste, von dem man solche Geschichten hört, aber im Moment bin ich einfach nur unendlich enttäuscht, dass die Telekom es auch im Jahr 2011 noch nicht geschafft hat, auch nur ansatzweise kundenfreundlich zu agieren.

Ich bin gespannt, wie es morgen weitergeht. Ich sende diesen Text per Twitter an @telekom_hilft - man munkelt, dass die Leute dort wirklich etwas bewegen können und wollen. Ich werde hier berichten.

Sonntag, 24. Januar 2010

Plädoyer für kurze Wege

Puh, mein letzter Beitrag hier galt der Bundestagswahl 2009. Das ist mal echt lange her. Nachdem meine geringe Worte-pro-Artikel-Quote in diesem Blog ja schon häufiger mal proviziert hat, ist Twitter wohl doch das Medium meiner Wahl. Ein paar längere Texte gibt es seit neuestem in meinem Fotoblog, das dem "Projekt 365" dient - ich mache jeden Tag ein Bild und schreib was dazu.

Manche Sachen haben aber nichts mit einem Foto zu tun und lassen sich auch nicht in 140 Zeichen pressen. So zum Beispiel mein Plädoyer für kurze Wege.

7 Jahre lang habe ich in Berlin gewohnt und in Potsdam gearbeitet. Das bedeutete jeden Tag 2x 1 Stunde Fahrzeit + Wege zur Bahn + gelegentliche Verspätungen und Ausfälle der Züge. 7 Jahre lang fand ich das irgendwie okay; ich habe es jeden Tag geschafft, eine Tageszeitung zu lesen, konnte meine Uni-Texte lesen. Seit neuestem habe ich UMTS im Notebook, d.h. ich konnte die Zeit in der Bahn so richtig produktiv nutzen. Für die Wohnung in Berlin musste ich nichts bezahlen, also war das Pendeln für mich völlig in Ordnung und die Zeit war gut genutzt.

Ich hatte ja keine Ahnung.

Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich nun mehr oder weniger widerwillig nach Potsdam gezogen. Widerwillig, weil Potsdam teuer ist und ich die Vorteile meiner Pendelei zu schätzen wusste. Man (Frau) musste mich also quasi dazu zwingen, meine Zelte in Berlin abzubrechen. Seit einem Jahr brauche ich mit dem Fahrrad 6 Minuten ins Büro, 5 Minuten bis zur Uni, zu Fuß 3 Minuten zur S-Bahn und zum Supermarkt und nur wenig mehr bis zum Kino und einer ganzen Reihe netter Bars und Kneipen. Zum Park und zum Wasser sind es ebenfalls keine 10 Minuten Weg.

Die Straße, in der wir wohnen ist zwar laut und die Wohnung ungünstig geschnitten - das alles ändert jedoch nichts daran, dass ich keine Ahnung hatte, wieviel Lebensqualität kurze Wege ausmachen. Dies wird mir umso klarer, je mehr ich von anderen Leuten mitbekomme, dass sie sogar noch weiter von dem Ort wegziehen, an dem zumindest derzeit der Mittelpunkt ihres Lebens liegt. Ich lese jetzt zwar keine Tageszeitung mehr, was ich trotz der Qualität der meisten Zeitungen durchaus als Verlust betrachte - ich könnte aber, wenn ich wollte. Ich kann bis um 8 Uhr schlafen und eine halbe Stunde später im Büro sein oder eine Stunde lang Zeitung lesen, wenn mir danach ist. Ich komme Abends nach Hause und das Wort "Abend" hat diese Bezeichnung auch noch verdient. Ich hätte niemals gedacht, wieviel Luxus "Zeit" ist.

Vielleicht muss man dazu erstmal 7 Jahre lang jeden Tag 3 Stunden lang unterwegs gewesen sein.

Samstag, 26. September 2009

Klarmachen zum Ändern!

Morgen ist die Bundestagswahl und für die meisten von Euch dürfte es das erste Mal sein, dass ihr die Chance habt, mit Eurer Stimme _wirklich_ etwas zu bewegen. Zur Wahl steht ein "weiter so" mit jeder Stimme für CDU/CSU, SPD, FDP, Linke oder Grüne oder ein "es muss sich etwas zum Guten ändern" mit einer Stimme für die Piraten.

Die Piraten stehen für ein Recht auf Bildung, freien Zugang zu Wissen und Kultur, Transparenz des Staatswesens und den Schutz der Privatsphäre. Das sind die Themen der Zukunft, das sind Themen unserer Generation. Lasst nicht zu, dass wir weiter von Internetausdruckern und Männern mit Kugelschreibern regiert werden. Geht wählen, setzt Euren Änderhaken und nutzt die einmalige Chance, bei einer Bundestagswahl wirklich etwas zu bewegen!

Donnerstag, 17. September 2009

Liebe Nichtwähler

Wir schreiben euch diesen Brief, weil ihr die stärkste politische Kraft in diesem Land seid. Bei der Europawahl habt ihr mit 46,7% alle Parteien weit hinter euch gelassen. Bei der kommenden Bundestagswahl werdet ihr voraussichtlich zum ersten Mal stärker als CDU und SPD sein. Herzlichen Glückwunsch!

Wir können es sehr gut verstehen, dass ihr nicht zur Wahl geht. Wir haben von der Politik in diesem Land auch die Nase voll. Alle vier Jahre dürfen wir Bürger unser Kreuzchen für Kandidaten und Landeslisten machen, die von Parteifunktionären in Hinterzimmern aufgestellt werden. Dafür wird uns vor der Wahl in professionell gestalteten Werbekampagnen das Blaue vom Himmel versprochen. Nach der Wahl werden diese leeren Versprechen dann eiskalt wieder einkassiert. Die Sachzwänge sind dann schuld, oder die leeren Kassen.

Zwischen den Wahlen haben wir Bürger ruhig zu sein. Die Politiker wollen bei ihrer wichtigen Arbeit nicht gestört werden. Sie bekommen schließlich von den Lobbyverbänden eine Menge Geld dafür, deren Entwürfe zu Gesetzen zu machen. Von den knappen Diäten kann man ja kaum leben, und es ist auch viel bequemer, die Vorlagen der Lobbyisten zu verwenden, als selbst nachdenken zu müssen.

Kein Wunder, dass dabei oft Gesetze herauskommen, die nichts als Schaden anrichten. Nach dem elften September 2001 wurden zum Beispiel viele Gesetze beschlossen, die uns angeblich vor dem Terrorismus schützen sollen. In Wirklichkeit beschneiden sie unsere bürgerlichen Freiheitsrechte immer mehr. Unsere Daten werden gespeichert, unsere E-Mails gelesen, unsere Computer heimlich durchsucht. Die Politiker behaupten, sie hätten nicht die Absicht, einen Überwachungsstaat zu errichten. Dennoch bauen sie so fleißig daran, dass George Orwell oder die STASI ihre Freude hätten.

Liebe Nichtwähler, wir respektieren es, wenn ihr diesmal wieder nicht zur Wahl geht. Aber wisst ihr eigentlich, dass jede Nichtwählerstimme vor allem den großen Parteien zugute kommt? Wer nicht wählen geht, stärkt die Große Koalition. Wollt ihr das wirklich? Die gute Nachricht: Es gibt bei dieser Wahl eine echte Alternative für Nichtwähler – die Piraten. Wenn ihr eure Stimme nicht an die Altparteien verschenken wollt und ein deutliches Zeichen setzen möchtet, dass sich in diesem Land etwas grundlegend ändern muss, solltet ihr am 27. September Piratenpartei wählen. Wir versprechen euch, dass wir nie etwas versprechen werden, das wir nicht halten können.

Unser Programm ist absichtlich so schlank gehalten, dass ihr genau wisst, wofür wir stehen:

● für die Stärkung der Bürgerrechte und gegen den Überwachungsstaat
● für einen transparenten Staat und gegen den „gläsernen Bürger“
● für eine bessere Demokratie, bei der die Bürger die Politik aktiv mitgestalten können
● für freien Zugang zu Kultur und Bildung

Für diese Ziele werden wir kämpfen. Einen Gemischtwarenladen aus leeren Versprechungen wie die Altparteien bieten wir bewusst nicht an.

Dienstwagen und Pensionen aus der Staatskasse interessieren uns nicht. Wir können unser Geld woanders besser verdienen. Wir gehen nur deswegen in die Politik, weil wir es uns nicht mehr leisten können, sie Menschen zu überlassen, die außer Parteipolitik nichts gelernt haben. Die Lobbyisten werden natürlich versuchen, uns genauso zu bearbeiten wie die Altparteien. Doch wir sind Piraten – wir sind unbestechlich.

Liebe Nichtwähler, ihr habt es in der Hand, etwas in der deutschen Geschichte noch nie Dagewesenes zu schaffen. Wenn ihr bei dieser Wahl ausnahmsweise nicht zu Hause bleibt, sondern die Piratenpartei wählt, wird ein Ruck durch dieses Land gehen.

Wir stehen bei euch im Wort. Wenn wir uns korrumpieren lassen sollten wie die Altparteien, dürft ihr uns abwählen und beim nächsten Mal wieder zu Hause bleiben. Gebt uns dieses Mal eure Stimme und wir werden euch nicht enttäuschen!

Wir sehen uns am 27. September in der Wahlkabine!

Eure Piraten

Dienstag, 11. August 2009

Oooh, ab in den Norden!

Auch wenn der H. einen Urlaub ohne 40 Grad und brennende Sonne nicht für einen Urlaub hält - wir fahren nach Stockholm. Ohne den H. natürlich. Am Donnerstag früh gehts los. Hat noch jemand Tipps, was man sich in Stockholm oder der näheren Umgebung (mit ÖPNV erreichbar) unbedingt ansehen sollte?

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h (Gast) - 25. Jan, 07:33

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